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"du bist gott, der mich sieht"

Hagar: Nebenfrau - Leihmutter - Mutter eines Erstgeborenen - Diskriminierte Frau - Sexualobjekt - Stammesmutter eines großen Volkes - Sklavin - Entlaufene Sklavin - Ägypterin - In die Freiheit entlassene Ehefrau!

Unterschiedliche Facetten der Beziehung zu Gott, der Gotteserfahrungen kommen in Namen Gottes zum Ausdruck. In den Erzählungen der Bibel wird Gott durch eine Frau beim Namen angesprochen. Sie, Hagar, ist die erste und auch die einzige Person, die dies tut.

Diese Frau, deren Name HAGAR uns durch die erzählenden Passagen und den Engel in Genesis 16,1-16 überliefert ist, ist eine Sklavin, kommt aus Ägypten und war einst das Geschenk des Pharaos, an Abram und seine Frau Sarai, die Fürstin.

Was Hagar in den Erzählungen der Erzeltern noch alles war, wird durch den Text aus Genesis deutlich. Der Kontext indem die Erzählung über Hagar eingefügt ist, muss beachtet werden. Aus all ihren Erfahrungen spricht sie Gott als Du an:„du bist es, der mich sehen ließ  bzw. der, der mich sieht.

Drei Verse, die zu einem  späteren Zeitpunkt eingefügt wurden -  Vers 3, Vers 9 und 10 – lassen Hagar noch andere Rollen einer Frau spüren, da wird sie in Vers 3 zur „Frau Abrahams“, somit frei. In diese „Freiheit“ entlässt (Gen 21,14) Abraham später Hagar zusammen mit ihrem Sohn Ismael. Sie wird mit dem Kind in die dortige Steinwüste , eigentlich in den Tod, geschickt.

Durch die Stimme eines Engels hört sie ihren Namen: „ Was hast du Hagar? Fürchte dich nicht, denn Gott hat die Stimme des Knaben gehört, ...“ Das beim Namen gerufen werden, lässt sie schauen, erblicken: Quellen zum Überleben für sie und ihren Sohn.

„Fürchte dich nicht“ ... lässt nicht nur aufhorchen, sondern ist in der Bibel eine Art Ouvertüre vor dem Aufbruch, eine Schnittstelle zu Neuem.

Beitrag von Hanni Jäggle

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