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Die Kirche am Karsamstag

Sr. Johanna Schulenburg CJ

Sr. Johanna Schulenburg CJ

Für Sr. Johanna Schulenburg CJ ist die Karsamstagserfahrung auch ein Sinnbild für die aktuelle Situation der Kirche und für die sinkende Zahl der Feiernden.

„Es wird viel über Strategien gesprochen, wie man Kirche wieder lebendig machen kann. Aber oft ist das nur Aktionismus.“ Und überdeckt eine tiefere Ratlosigkeit. „Ich glaube, wir erleben nicht nur eine Kirchen-, sondern eine Beziehungskrise. Die Beziehung zu Gott ist für viele kaum noch vorstellbar.“

Leere aushalten

Sich dem Karsamstag wirklich auszusetzen, ist nicht leicht. „Aber vielleicht hilft es, sich bewusst eine Unterbrechung zu schaffen. Einen Moment, in dem man die eigenen Leerstellen im Leben wahrnimmt – vielleicht sogar schmerzlich.“

Denn nach dem Karfreitag kommt eben nicht gleich die Auferstehung, sondern erst die Leere. „Auferstehung heißt für mich nicht: Jesus war einen Tag weg und dann wieder da. Sondern: Auferstehung macht etwas sichtbar vom göttlichen Wesen, das er immer schon in sich trug. Sie fügt nichts Neues hinzu – aber sie offenbart etwas.“

Wer nicht trauert, wer nicht loslässt, dem bleibt vielleicht der Blick verstellt. So wie Maria von Magdala, die Jesus erst erkennt, als sie sich vom Grab abwendet. Und ihn zunächst für den Gärtner hält – vielleicht kein Zufall. Denn: „Etwas Neues will wachsen“.

Auferstehung – auch heute

Trotzdem sieht Sr. Johanna Hoffnung: in den synodalen Prozessen, in Momenten echter Begegnung, im gemeinsamen Hören auf das, was trägt. „Vielleicht müssen wir erst anerkennen, dass vieles leer geworden ist – um offen zu werden für das, was neu entstehen will.“

„Ich glaube, wer sich auf den inneren Weg macht, wer versucht, mit etwas in Kontakt zu kommen, das größer ist als man selbst, der spürt manchmal: Da ist noch mehr.“ Beim Sonnenaufgang. Am Strand. Wenn ein Kind geboren wird. „Kinder faszinieren mich“, sagt sie. „Weil sie noch so unberührt sind und man in ihren Augen sehen kann, dass es da noch etwas anderes gibt.“

Für sie ist Auferstehung ein Zeichen: Es gibt eine Wirklichkeit, die uns übersteigt. Und die ist mit Leben und Hoffnung verbunden. Eine Hoffnung, die man nicht erfinden muss, sondern die einen findet, wenn man offen bleibt.

„Ostern ist Hoffnung“

Ostern kann jeden Tag geschehen. „Wir können in diese Osterwirklichkeit hineinwachsen“, sagt Sr. Johanna. Für sie ist das der Kern: Dass Hoffnung möglich ist und dass sie uns mit unseren Lebensquellen verbindet. „Wenn wir in dieser Zeit etwas brauchen, dann ist es Hoffnung.“ Sie setzt den Dunkelheiten etwas entgegen. Und manchmal reicht schon eine kleine Kerze, die brennt.

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