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Kleriker haben Das letzte wort 

Bisher sei Führung in der katholischen Kirche »monarchisch«, beklagt der Jesuit Stefan Kiechle in der Zeitschrift »Stimmen der Zeit« (Juni).: »Ein Pfarrer hat in der Pfarrei das letzte Wort. Ein Bischof entscheidet, ob er das, was in der Bischofskonferenz oder in einem vielleicht synodal verfassten Gremium beschlossen wird, in seinem Bistum umsetzt oder nicht.«

Stefan Kiechle

Stefan Kiechle

Und schliesslich entscheide ein Papst für die Weltkirche. »Er ernennt Entscheidungsträger; er setzt Recht, spricht in Streitfällen Recht und wendet Recht nach Ermessen an – nach der klassischen Drei-Gewalten-Lehre fallen hier Legislative, Jurisdiktion und Exekutive in eins. Eine solche Verfassung werde in der Staatslehre als absolute Monarchie definiert – der Heilige Stuhl ist die letzte dieser Art in Europa«, so der Jesuit.

»Frauen sind die Hälfte der Kirchenmitglieder, die bisher an der Führung – nicht nur der Administration, sondern auch der inhaltlichen Prägung kirchlichen Lebens – nur sehr reduziert beteiligt ist«, schreibt Kiechle weiter.

»Vom Heiligen Geist ist das kaum«

Man frage sich: »Ist die jetzige Verfassung sicher gottgewollt?» Kiechle betont: «Was breiten Kreisen in der Kirche nicht oder nicht mehr vermittelbar ist, wird kaum vom Heiligen Geist sein und sollte nicht gemacht werden.«

Die beiden dringlichsten Fragen für eine »zeitgemäße Führung«  der Kirche seien die der Partizipation und die der Frauen. »Wie kann das monarchische Prinzip aufgebrochen werden, sodass mehr Menschen an der Führung partizipieren?«, fragt Kiechle.

Für Änderungen brauche es keine weltweite Entscheidung. »Nein, man könnte dezentral vorangehen, indem ‘Rom’ den Bischofskonferenzen oder – das wäre besser – lokalen synodalen Gremien die Freiheit gibt, erste nächste Schritte zu gehen«, schlägt Kiechle vor.

Vorbild Orden: Leiterinnen

Für Ordensgemeinschaften gelte bereits: »Frauenorden werden – hoffentlich ohne übergeordnete männliche Einmischung – von Frauen geleitet, Männerorden von Männern.«  Die bisherige »Frustration« von Frauen finde sich also »eher in der diözesan verfassten und weltweiten Kirche«, so Kiechle.

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