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Das Kind in der Krippe zieht noch
Normale Sonntagsgottesdienste sind zu einer Minderheitenveranstaltung geworden. Als Organist in Elzach schaut er seit fast 60 Jahren von der Orgel runter in die Gemeinde: Bei den Hauptgottesdiensten sind noch etwa 40 Leute da, mehr nicht. Und die meisten Kirchgänger sind älter als er, meint Ulrich Ruh, Kirchenfachmann, Theologe, Übersetzer und in Elzach tief verwurzelt.
Auf die Frage, was die Kirche tun müsste, um den Gottesdienst zu retten, antwortet er:
Sie sollte flexibler werden und eine viel größere Vielfalt an Gottesdienstformen ermöglichen, die spezifischer auf ein Zielpublikum zugeschnitten sind. Spezielle Formate werden gut angenommen, etwa Taizégottesdienste. Auch bei Kasualgottesdiensten wie Beerdigungen und Trauungen sind die Kirchen oft voll. Wichtig ist zudem die Sorgfalt bei einem Gottesdienst: Dass alle Beteiligten wissen, was sie tun, dass klar und verständlich gesprochen wird. Auch die Musik spielt natürlich eine Rolle. Trotzdem denke ich: Die Zeiten, in denen die Menschen regelmäßig in den Gottesdienst gegangen sind, sind vorbei.
Gefragt auf Weihnachten und warum die Kirchen da etwas voller sind:
Das stimmt. Weihnachten ist das einzige der Kirchenfeste, das gesellschaftlich anschlussfähig ist. Da kommen wir auf gut das Zehnfache des normalen Gottesdienstbesuchs. Bei Ostern und Pfingsten hat die Kirche das Volk verloren. Das Kind in der Krippe, das zieht noch, weil es sich mit dem familiären Ritual gut verbinden lässt. Und dann kommen die Heiligen Drei Könige und das Sternsingen. Das hat ja in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Aufschwung erlebt.
Weiter lesen unter: »"Das Kind in der Krippe zieht noch" – So schaut der Elzacher Experte Ulrich Ruh auf die Kirche - Elzach - Badische Zeitung
